Topinambur, eine "Knollenbildende Sonnenblume"

Informationen zu den Topinamburknollen:

Frisch geerntete Topinambur - direkt vom Feld!
Frisch geerntete Topinambur - direkt vom Feld!

HERKUNFT UND MERKMALE:

Die Topinambur (Botanik: Helianthus tuberosus L.), gerne auch Erdbirne oder Jerusalemartischocke genannt, ist eine kleinblütige knollenbildende Sonnenblume, die um 1600 aus Nordamerika nach Europa kam.

Topinambur kennt man auch unter den Namen "Indianerknolle" nach dem Stamm der Topinambus.Topinambur gehört mit zu den Korbblütlern.

Erst im 18. Jahrhundert wurde sie als Nahrungspflanze von der Kartoffel verdrängt.

 

Die Staude ist frosthart, ausdauernd und entwickelt eine bis zu 2 Meter hohe Sprosse, die bis in den Herbst wachsen. Die Knollen haben dann ca. die Größe einer Kartoffel. 


Im Gegensatz zu der Kartoffel ist die Topinamburknolle unförmiger (ähnliche wie eine Ingwerknolle) und von innen weiß.

Es ist eine Kulturpflanze mit einem hohen Leistungspotenzial und ist daher vielseitig nutzbar.

Unsere selbst angebauten Topinambur, ist die Sorte „Gute Gelbe“, diese hat eine hohe Wuchshöhe und der Knollenertrag sowie der Krautertrag ist sehr hoch.

Die Knollenform ist rund bis oval und überwiegend glatt. Sie gehört mit zu der mittelspäten Reifegruppe.



Anbau der Topinamburknollen:

Mitte März beginnt der Anbau der Topinambur auf dem Feld. Sie werden als Pflanzenknollen mit einer Maschine in die Erde gebracht. Nach ca. vier Wochen werden die Topinamburknollen angehäufelt, es werden Dämme vorbereitet.

Dies schafft zwei Vorteile:

1.) die Knollen sind nicht zu tief in der Erde

2.) sie können später bei der Ernte besser gerodet werden

 

Wenn ihr Topinambur bei euch im Garten anbauen wollt dann beachtet, dass die Pflanzen sich sehr schnell verbreiten und andere Nachbar-pflanzen verdrängen können. Man sagt auch, dass die Topinamburpflanzen wie Unkraut wachsen.

Das gute an den Knollen ist, dass sie bis minus 30 C° frosthart sind und in der Erde überwintern können.

Am besten wächst Topinambur auf sandig-lehmigen und humosen, feuchten Böden. Damit die Pflanzen ertragreicher werden, könnt ihr sie mit reichlich Kompost düngen.





Ernährungsphysiologische Bedeutung:

Die Topinamburknolle wird meist wie Kartoffeln gekocht.

Die Knolle enthält 2-3 % Eiweiß und ca. 16 % Kohlenhydrate, davon die Hälfte als Inulin. Dadurch zählt Topinambur zum Diätgemüse, das nur wenig Glukose enthält.

Bei zu großem Verzehr kann es allerdings zu leichten Blähungen führen.

Die Knollen enthalten viele Vitamine und sind reicht an Mineralstoffen. Das Sortiment ist ziemlich breit, als Gemüse eignen sich am besten die Sorten „Bianca“ und „Gute Gelbe“ (die "Gute Gelbe" gibt es auch bei uns im Online-Shop). 



Geschmack und Zubereitung:

Die Topinambur schmecken leicht süßlich-nussig und haben die Konsistenz einer Karotte.

Topinamburkollen schält man wie Kartoffeln, man kann sie dann roh z. B. über einen Salat raspeln.

Ebenso kann man die Knollen wie Kartoffeln kochen, dünsten aber auch pürieren. Daraus lassen sich dann tolle und vielseitige Gerichte zaubern, wie z. B. Topinamburpuffer oder eine leckere Curry-Topinambursuppe

Ernte und Lagerung:

Im Oktober werden die Sonnenblumenartigen Pflanzen geschreddert um danach die Topinamburknollen roden zu können. Nach der Ernte werden die Knollen in Holzkisten im Kühlraum eingelagert oder sie werden bis zum Bedarf im Boden gelassen, damit die Knollen nicht zu schnell austrocknen und schrumpfen. Sie können aber auch in Feldmieten*) bis in den Frühling gelagert werden.

Zu Hause könnt ihr das Gemüse bis zu 10 Tage kühl und dunkel lagern am besten im Kühlschrank.


*) Feldmieten bedeutet, dass das Gemüse auf dem Feld unter Vlies und Stroh gelagert wird.


Topinambur Knollen

Hinweis: Die Nährwertangaben unterliegen Schwankungen, da es sich um Naturprodukte handelt.



VERWENDUNG UND VERMARKTUNG:

Nicht nur als Nahrungsmittel dient die Topinambur, sondern auch in der Arzneimittelherstellung, Spirituosenherstellung und in der Energiegewinnung. 

Die Knolle hat viel Inulin, das für Trocknungsmittel im Lebensmittelbereich, als Gel in der Pharmazie und als Alkoholbinder dient. 

Das Kraut kann als Dämmstoffe und Baustoffe genutzt werden, wie z. B. für Spanplatten oder für Leichtbeton Bauteile. 

Auch für Futter kann das Kraut verwendet werden, unter anderem für Pferde und für Kleintiere. 

Für die Energiegewinnung kann das Kraut sowie die Knolle eingesetzt werden z. B. als Biogas oder auch als Brennstoff.

Topinambur-Knollen frisch geerntet
Hier sieht man die einzelnen Knollen.


ÜBRIGENS:

 

Über uns und unseren Topinambur-Anbau wurde auch schon im Magazin LANDIDEE berichtet, hier ein kleiner Auszug:

 

"Seit vielen Jahrhunderten wird die Amerikanische Sonnenblume (Helianthus tuberosus) in Europa kultiviert. Überlebende einer Hungersnot unter französischen Auswanderern, die in Kanada an die Knolle gerieten, schickten 1610 einige davon nach Europa.
Schließlich hatte sie ihnen das Leben gerettet. In Frankreich wurde die „Indianerkartoffel“ dann nach einem brasilianischen Stamm, der zufällig gerade zu Besuch war, benannt: „Topinambour“.

 

Die schöne Blume mit den nahrhaften Knollen wurde als Nahrungs- und Futtermittel überall populär, doch Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie von der Kartoffel verdrängt. Heute entdecken Gärtner die anspruchslose Sonnenblume, die an den meisten Standorten außer in lehmigem Boden gedeiht, mit ihrem starken Vermehrungswillen wieder.

Vielerlei Namen gaben sie ihr seither: Erdapfel oder -birne, Knollensonnen-blume, Erd- und Jerusalem-Artischocke, Erdtrüffel, Indianerknolle oder Zuckerkartoffel..."